Vestalin

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ISBN: 978-3-949260-28-5
Roman, 1. Auflage
Art.-Nr.: 26/2024

Marcus Jensen

Vestalin


Enya Ros, die berühmte Beachvolleyballerin, prallt im WM-Finale vor den Augen der Millionen Fans gegen den Netzpfosten und ist hirntot. Ihren Körper hatte sie testamentarisch der Wissenschaft vermacht. Dr. Jürgen Dehm, der fortschrittlichste Neurochirurg der Welt, nutzt seine Chance: Er lässt durch seine OP-Roboter sein eigenes Gehirn in den Kopf der jungen Frau verpflanzen.

Wenige Wochen später tritt die schöne Leiche wieder auf. Und entfacht eine Massenverehrung, die bis zur Hysterie reicht. Enya zieht um in einen gläsernen Tempel und dient dort ihrer eigenen göttlichen Unsterblichkeit, sie wird zur Vestalin ihrer selbst.

»Deutschlands geliebteste Leiche betritt den Pressesaal.«

Marcus Jensen krempelt in seinem vierten Roman den Frankenstein-Stoff grotesk um. Diese Geschichte zwischen Horror und Science-Fiction sticht lustvoll in die Gender-Debatte hinein.

»Jensen verblüfft.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Kann sich irgendwer das Gefühl einbilden, Enya zu sein?« – »Kat weiß, es ist gleichermaßen dumm und gemein, aber sie fände in diesem Gesicht eine Schwermut oder Müdigkeit unverschämt, weil dieses Wesen dort neulich zum dritten Mal Sportlerin des Jahres wurde, als eine der schönsten Frauen der Welt gilt und alle halbe Jahre vom Playboy angefragt wird. Man sucht heute hinter jedem Traum ein Trauma, zu dem Jahre später in einem großen Verlag ein Bekenntnisbuch erscheint. Aber Enya? Natürlich hat der Sender ihr den weitesten Weg durch die Kameras und Kabel zum Sessel gegeben, damit sie halbnackt beim Gehen gezeigt werden kann.«

Details zum Buch

  • Roman (Groteske / Horror / Science-Fiction)
  • Broschur
  • 240 Seiten — 13,3 x 20,5 cm — 322 g
  • ISBN: 978-3-949260-28-5

Pressestimmen & Rezensionen

  • Frank Schorneck bespricht im ›CulturMag‹ ebenfalls den neuen Roman von Marcus Jensen und urteilt: »Marcus Jensens vierter Roman ist keine gefällige Lektüre, sondern ein stilistischer Bastard zwischen Trash und philosophischem Traktat – eine sehr zeitgemäße Fortschreibung des Prometheus-Mythos für das 21. Jahrhundert.« (CulturMag, Frank Schorneck, Eintrag vom 1. November 2024)
  • In seinem Blog ›nstpost‹ hält der Übersetzer und Autor Norbert Stöbe eindringlich fest: »Mit präziser, quasi sezierender und immer wieder überraschender Sprache wirft Jensen teils sehr unangenehme Fragen auf, die ins Herz (beziehungsweise Hirn) einer verunsicherten Moderne zielen. Ein perfekt komponierter Roman und eine provozierende Leseerfahrung.« (nstpost, Norbert Stöbe, Eintrag vom 19. Oktober 2024)

Der Autor: Marcus Jensen

Marcus Jensen, geboren 1967 in Hamburg, studierte dort Germanistik, Philosophie und Pädagogik und hatte bis zum ›Sozialpraktikum‹ mit vierzig Kindern in einem Schullandheim an der Ostsee Lehrer werden wollen. Im Brotberuf korrigiert er heute immerhin die Arbeiten Erwachsener. Er zog nach Berlin-Neukölln zu einer Zeit, als noch alle Angst davor hatten. Er schreibt Romane, Storys und Essays. Verheiratet ist er mit der Autorin Silke Andrea Schuemmer. Zwei Kater. Redakteur der Literaturzeitschrift ›Am Erker‹. Zahlreiche Auszeichnungen seit 1994, u. a. der Preis des Berliner Open Mike und das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds.

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